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Auszug aus einem Artikel von Prof. Dr. med. A. Schulze

 

Gefährdungen des Kindes durch mütterlichen Alkohol, Nikotin und

Drogenkonsum

Andreas Schulze

Neonatologie an der Kinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Universität München

Klinikum Großhadern

Anschrift: Prof. Dr. med. A. Schulze, Neonatologie an der Kinik für Geburtshilfe und

Frauenheilkunde der Universität München, Klinikum Großhadern, Marchioninistr. 15,

81377 München. Email: Andreas.Schulze@med.uni-muenchen.de. Tel.: 089-7095 2801,

FAX: 089 – 7095 2809.

Zusammenfassung

Das ungeborene Kind ist potentiell gefährdet durch eine Vielzahl suchtauslösender

Substanzen, die Fehlbildungen (Teratogenität), Gewebedestruktion und / oder

Wachstumsretardierung sowie fetale Drogenabhängigkeit verursachen können. Die

Folgezustände beim Neugeborenen, insbesondere z.B. das neonatale

Drogenentzugssyndrom, werden zu selten diagnostiziert, da u.a. die Kenntnis dieser

verschiedenartigen fetalen und neonatalen Erkrankungen oft unzureichend ist. Dies kann

zum Nachteil des Kindes werden, da für viele solcher spezieller Erkrankungen des

Neugeborenen wirksame Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen und ein Netzwerk

sozialer Hilfen aktiviert werden muß.

Zentralnervös wirksame Substanzen, unter ihnen insbesondere die legalen und illegalen

Drogen, können beim Feten prinzipiell drei verschiedenartige Schädigungsmechanismen

hervorrufen:

1. eine teratogene Wirkung, d.h. Störung von Entwicklungsprozessen (Beispiel: Störung

der neuronalen und glialen Migration durch Alkohol 5, 19, 48)

2. eine Gewebe-destruierende Wirkung (Beispiel: Zerebraler Infarkt bei

Kokainexposition gegen Ende der Schwangerschaft 4, 18)

3. Abhängigkeit („passive addiction“) mit postnatalem Entzugssyndrom (Beispiel:

Barbiturate 2, 8, 34)

2

Zentralnervös wirksame Substanzen sind in der Regel kleine lipophile Moleküle und

deswegen plazentagängig sowie über die Muttermilch auf das Kind in bedeutsamen Mengen

übertragbar.

Alkohol

Das Krankheitsbild der alkoholbedingten Embryofetopathie wurde erst 1967/1968 im

medizinischen Schrifttum klar umrissen.23, 24 Darstellungen von Kindern mit einer

charakteristischen Gesichtsdysmorphie, die das Krankheitsbild der Alkoholembryopathie in

einem typischen sozialen Umfeld nahelegen, finden sich in der bildenden Kunst schon

Jahrhunderte früher.37 Das Risiko einer embryonalen und fetalen Schädigung sowie deren Art

und Ausmaß werden bestimmt durch Dosis, Einwirkungszeitpunkt und –zeitspanne. Ob eine

„noch sichere“ Expositionsdosis insbesondere für die Frühschwangerschaft überhaupt

existiert, ist unbekannt.

Das Vollbild der Alkohol-Embryopathie ist unter anderem gekennzeichnet durch

Mikrozephalie und Entwicklungsverzögerung, prä- und postnatalen Wachstumsrückstand,

Herzfehler (etwa 50% der Fälle) und eine charakteristische Facies mit schmalem Lippenrot,

langem Philtrum mit wenig Relief, nach vorn gerichteten Nasenöffnungen, Epikanthus, engen

Lidspalten sowie oft tiefer, scharf abbiegender Handlinien zwischen 2. und 3. Finger. Das

Ausmaß der späteren mentalen Beeinträchtigung korreliert mit dem Ausprägungsgrad der

Dysmorphie. Unterschiedliche Zustandsbilder mit weniger deutlicher Dysmorphie, kognitiven

Defiziten und Verhaltensauffällgkeiten wurden unter dem Begriff „Fetal alcohol effects“

zusammengefasst.1

Kinder mit Alkoholembryopathie können 38, müssen aber nicht ein Alkoholentzugsyndrom im

Neugeborenenalter entwickeln. Zittrigkeit und Irritabilität kann bei Neugeborenen mit

Alkoholembryopathie über Monate bestehen, ohne dass es sich dabei um eine

Entzugssymptomatik handelt. Ein Alkoholentzugssyndrom kann andererseits bei

Neugeborenen ohne Zeichen einer Alkoholembryopathie auftreten.6 Es ist gekennzeichnet

durch Zittrigkeit, Tremor, Hyperreflexie und Opisthotonus. Alkoholentzug kann auch beim

Neugeborenen Krämpfe auslösen. Die Symptomatik beginnt innerhalb des ersten bis dritten

Lebenstages und klingt innerhalb einer Woche ab.

3

THERAPIE

Bei Alkoholentzugssyndrom im Neugeborenenalter wird Vermeidung übermäßiger

sensorischer Stimulation und die kurzfristige Gabe von Phenobarbital bei Krämpfen

empfohlen.

Quelle: http://bfg.rodiac.net/pdf/neonat._pflegetag/infos/Gefaehrdungen_des_Kindes.pdf

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