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Manchmal,

an so manchen Tagen,

wenn es wieder ganz hart kommt

und du nur noch Schlucken und weiteratmen kannst,

 um zu überleben,

dann gibt es verschiedene Wege,

damit umzugehen.

 

Ich stelle fest, dass mein Weg zur Verarbeitung

der Weg nach vorne ist,

der aber manchmal

dadurch gegangen wird,

indem man zurück schaut.

 

Solch einen Blick zurück hat auch unsere Tochter gehalten !

Dieser Brief ist gedacht für die Öffentlichkeit -

und gerade heute,

weil wir wieder nur schlucken können

vor so viel Unverstand von ihr -

wie wir meinen -

aber um zu begreifen,

dass es nicht unsere Tochter ist,

die diese Probleme verursacht,

sondern die Ursache als Grund gelegt war,

bevor ihr Leben begann -  

wird er heute für unsere Tochter veröffentlicht. 

Er hilft ihr im Moment nicht weiter -

aber vielleicht dem ein

oder anderen Menschen,

zu verstehen . . . .

 

 

Abschrift eines Briefes von S.

 

Gedanken einer Frau die die hölle durch hat

 

Es fing damals alles damit an, das ich auf die Welt kam, in einer Welt wo man auf dem ersten Blick denkt, das alles in Ordnung ist. Doch ganz im Gegenteil, meine Mutter war alkoholkrank. Irgendwann fing sie das trinken an.

Dann hatte sie das Problem, das mein Vater meine Mutter immer wieder geschlagen und runtergemacht hat. Es muss doch die Hölle für eine Frau sein, wenn der Mann seine Frau schlägt und weder zu der Frau noch zu den Kindern steht.

Ich war erst 8 Tage bei meinen Eltern zu Haus, bis ich das erste mal ins Krankenhaus kam. Meine Haut war Wund und ich war sehr krank. Danach war ich wieder 8 Tage zu Hause bis ich auch wieder ins Krankenhaus gekommen, auch wieder wegen der Haut und ich hatte Untergewicht.

Ich weiß nicht, was meine Mutter damals für einen Stress hatte, dass sie es nicht geschafft hat, sich richtig um mich zu kümmern. Das ist mir bis heute noch ein Rätsel. Ich kam dannach durch das Jugendamt in eine Notpflegefamilie und danach war ich einige Jahre Dauerpflegekind.

Bevor ich in die Schule kam, gab mich meine Mutter zur Adoption frei. In der Hoffnung das es mir woanders besser geht. So wurde ich von der Familie die mich seit meinem 4. Lebensmonat als Dauerpflegekind hatte adopiert. Dort lebe ich jetzt seit 20 Jahren.

Es gab schöne Zeiten aber auch schlechte Zeiten. Wo ich dann sehr viel Mist gebaut habe. Also ich kann nicht sagen, das ich unkompliziert als Kind war, aber immer war ich auch nicht gerade Böse. Meine jetzigen Eltern, haben auch viele schöne Zeiten mit mir gehabt.

Aber wenn ich heute mein Lebensstil betrachte, würde meine richtige Mutter das Kalte grausen bekommen und heulen. Aus den einfachen Grund, weil sie mich damals weggegeben hat. Aber nun ja, was will man machen. Hätte ich das damals alles ändern können, hätte ich das auf jeden Fall getan. Dann würde es mir besser gehen und meiner Mutter wahrscheinlich auch.

Ich habe einiges mit 20 jetzt schon durch, nur irgentwann muss man mal den Notschalter betätigen. Sonst schaffst du es nicht, dich durch das Leben zu kämpfen. Das Leben ist nun mal kein Zuckerschlecken. Dann hat man ständig Leute als Freunde gehabt, die dich geschlagen haben und vergewaltigt haben. Da hast du ganz schön dran zu knabbern.

Es ist schwer so was zu verarbeiten. Das bewegt einen sein ganzes Leben lang Wenn man dann irgendwann anfängt, das zu verarbeiten, dann wird man mit 100% sicherheit sehr, sehr, viele Tränen vergießen.

Wie singt eine Band namens Rosenstolz in dem einen Lied: „Im Tal der Tränen liegt auch Gold!“ Oder auch noch: „Wenn du jetzt aufgibst, wirst du es nie verstehen. Du bist zu weit, um umzudrehn. Wenn es auch weh tut, so wird es doch geschehn, die dunkle Nacht wird mal vergehn!“ Dieses Lied hilft mir jeden Tag, nach vorne zu schauen und nie zurück zu sehn. Denn würde ich Tag für Tag nach hinten schaun, würde ich nie vorwärts kommen in meinem Leben.

Es tut auch so schon genug weh, wenn man sich seine Eigenen Fehler eingesteht. Und es braucht Jahre die Wieder gerade zu biegen. Man wird es nicht von Jetzt auf gleich schaffen. Man braucht sehr viel Zeit um so was zu schaffen.

In den letzten Jahren habe ich drei Ausbildungen gehabt, die hätte ich alle Locker schaffen können. Aber ich bin zu faul gewesen, sie zu Ende zu machen. Ich glaube wenn ich sie zu Ende gemacht hätte, hätte ich jetzt nicht solche Probleme mit der Arbeit. Dann würde ich mir sehr viel Rennerei mit den Behörden und den ganzen anderen Kram sparen. Aber nun ja wer sich das selber einbrockt, muss selber da wieder rauskommen.

Aber einen Tipp kann ich allen geben. Man sollte sich immer das vor Augen halten, was man noch verbessern muss an sich. Dann kommt man auch weiter im Leben.

Zum Abschluss wollte ich nur noch mal sagen:

„Liebe Mütter, tut mir einen gefallen, überlegt euch das gut, ob ihr in der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Es könnte nicht nur, sondern es schadet dem Kind was in euch wächst.“

Ich spreche aus Erfahrung. Denn ich bin ein Kind, wo die Mutter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat.

 

 

Nehmt immer Rücksicht auf die Kinder !

Mit freundlichen Grüßen
S.

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Dieser Brief einer 20jährigen jungen Frau wurde unkorrigiert wiedergegeben.
 copyright 2006
www.faskinder.de

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