FAS KINDER

6 - 13 J.

Es ist dem Kind oft unmöglich,
eine Ablenkung auszublenden!

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Verhalten der Kinder mit FASD

Alter: 6 bis 9 Jahre

Kommunikation/Sprachgebrauch:

·       gilt als entwicklungsverzögert in der Sprachaufnahme
(scheint nicht zu verstehen, was gesagt wird)

·       Sprachprobleme (Stottern, Stammeln, Zögern)

·       übermäßig geschwätzig/spricht zu viel

·       es erscheint so, als ob es nicht zuhört, es werden Hörprobleme vermutet

·       hat Probleme mit Anweisungen, die nicht direkt an das Kind durch die Nennung des Namens gerichtet sind

·       kann Anweisungen Wort für Wort wiederholen, folgt ihnen aber nicht und kommt nicht zum gewünschten Abschluss

·       ist  nicht empfänglich für feine Gesichtsausdrücke oder Körpersprache

·       es fällt dem Kind schwer, zu sagen, was es denkt bzw. meint (spricht in Rätseln)

·       kann viel sagen, sagt dabei sagt aber sehr wenig aus
(Die Quantität überdeckt die Qualität), die Sprache überdeckt den Inhalt, die Ideen

·       diskutiert/debattiert sehr viel

·       es kann sein, dass auf sprachliche Zeichen und auf übertriebene Gesten besser reagiert als auf Worte

·       hat Schwierigkeiten mit dem Antworten auf ausgesprochene Anweisungen oder in einer gewöhnlichen Unterhaltung

Sozialisierung/Spielen:

·       unkritisch, wahllos, es scheint, als wären Leute austauschbar, zieht keine Person einer anderen vor

·       hat kein Gefühl für Körperabstand, kommt den Menschen zu nah, unterschreitet die Fluchtdistanz

·       geringes Verstehen von Dingen wie Körpersprache, nonverbalen Signalen

·       kein Gespür für Gefahr, die von Fremden ausgeht, würde mit Jedem mitgehen

·       bevorzugt das Zusammensein mit Erwachsenen oder jüngeren Kindern gegenüber Gleichaltrigen

·       ist überaus herzlich zu Menschen, die es nicht kennt

·       ist manipulierbar

·       geringes Verstehen von sozialen Regeln und Erwartungen

·       Fehlen/Missbrauch von sozialen Regeln

·       reagiert sich ab, Temperamentsausbrüche (Koller) bei Überlastung

·       wird von anderen Kindern geschmäht oder gereizt, es wird gestichelt, es ist  leichtgläubig und häufig der Sündenbock

·       stellt keine Verbindung zwischen sozial inakzeptablem Verhalten und den Konsequenzen für sich selbst her, scheint oft verärgert oder verblüfft zu sein und leugnet seinen eigenen Part darin

·       wünscht sich eine Menge Berührungen und Herzlichkeit oder widersetzt sich Berührungen – kann zurückweichen oder schaudern

·       Scheint, als ob es eher negative als positive Erfahrungen bevorzug, (Sucht sich Schwierigkeiten)

Verhalten:

·       zerstört bewusst oder aus Versehen

·       physisch aggressiv – schlägt auf Dinge ein, wenn es frustriert bzw. aufgeregt ist

·       will Erwachsenen nicht antworten – ungehorsam

·       reagiert böse oder widersetzt sich bei Veränderungen in der Routine, dem Umfeld oder bei anderen Aktivitäten; hat Probleme mit der Anpassung

·       Lügt und erfindet Geschichten

·       stiehlt, hat Schwierigkeiten, die Begriffe „Eigentum“ und „Besitz“ zu verstehen

·       unpassende Berührungen bei Anderen (niedrige Hemmschwellen – kann sexuell aufdringlich sein)

·       Rückschritte im Verhalten wenn es gestresst, frustriert oder aufgebracht ist

·       zeigt möglicherweise große Extreme im Verhalten– von sehr kooperativ zu sehr feindselig, es ist kein Schritt dazwischen; in kürzester Zeit gibt es große Widersprüche im Verhalten, es kann über eine längere Zeit seine Zustimmung zeigen, dann aber ohne ersichtlichen Grund umschalten)

·       es scheint, als ob es aus Erfahrungen nicht lernt

·       es scheint, dass es nur geringe Reue/Gewissensbisse für seine Handlungen zeigt

·       unfallgefährdet, gefährdet sich selbst

·       negatives Verhalten zu „verlernen“ fällt schwer,

·       die Verhaltensprobleme werden möglicherweise diagnostiziert als: Verhaltensstörung, Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität (ADHS),  Bindungsstörung

 Aufmerksamkeit, Aktivität, Impulsivität:

·       handelt impulsiv ohne nachzudenken

·       Probleme sich anzustellen und zu warten

·       unfähig still zu sitzen, zappelt, wackelt und wiegt sich umher

·       es ist ihm unmöglich, eine Ablenkung abzuschalten/bzw. hat diese eine höhere Priorität/ Ablenkungen haben sofort alle Aufmerksamkeit

·       überaus aktiv – rennt, springt, klettert und ist ständig in Bewegung

·       Probleme mit motorischer Impulsivität – klopfen, schlagen, werfen, berühren, Beine baumeln

·       hat oft Verletzungen, ohne ein Ahnung woher

·       benötigt stets eine Beaufsichtigung

·       es scheint, als ob es immer wieder Dinge verliert

·       ist aufgeregt/verwirrt, wenn es mit Wahlmöglichkeiten konfrontiert wird, vor allem dann, wenn mehr als zwei Dinge zur Wahl stehen

·       der Aktivitätslevel erhöht sich mit dem Stress

·       ermüdet schnell, wenn es aufmerksam sein muss

·       Schlafenszeiten sind schwierig, das Kind ist unfähig, sich zu entspannen und einzuschlafen

physisch-motorische Fähigkeiten:

·       grobmotorische Probleme

·       feinmotorische Probleme

·       hat keine dominante Hand

·       schlechte Koordination, wird beschrieben als plump, ungeschickt/linkisch

·       Probleme mit der visueller Wahrnehmung (das Gesehene wird verzerrt, nicht korrekt wiedergegeben) hat Probleme Formen zu zeichnen, Buchstaben und Nummern abzuschreiben

·       Unfallneigung

·       ermüdet schnell bei Aktivitäten

·       Probleme mit schriftlichen Dingen, ist unfähig Menge oder Qualität zu produzieren

 Gedächtnis:

·       lernt eine Fähigkeit und vergisst diese schnell wieder

·       es scheint, als gehen Informationen hier rein und da wieder raus – Heute hier Morgen da (komm ich heut nicht, komm ich morgen)

·       vergisst, wie Manches zu tun ist, nachdem es die Tätigkeit eine Zeit lang nicht gemacht hat

·       ist unfähig, sich zu erinnern, man denkt, es tut es mit Absicht

·       Schwierigkeiten, Fakten von Fantasien zu trennen  

·       Probleme mit einem Ablauf (Dinge in richtiger Reihenfolge zu erledigen)

·       verliert den Faden mitten in einem Satz oder einem Gedankengang

·       Probleme mit der Wahrnehmung und Wiedergabe von Geschehnissen; bringt viele verschiedene Erfahrungen zusammen als eine Geschichte und „erinnert“ sich, als wenn es so gewesen ist - „verrückte Lügen“  - lügen einem ins Gesicht, trotz offensichtlich belastbarer Beweise

Erkenntnis/Wissen:

·       Lernschwierigkeiten sind bekannt oder werden vermutet;

·       entwicklungsverzögert

·       Fähigkeiten befinden sich auf einer niedrigeren Stufe als Tests aussagen (d.h. es schneidet  in Tests z.B. Schultest besser ab, als sie in Wahrheit sind)

·       Probleme mit Mathematik

·       Probleme mit der Sprache und  Kunstverständnis

·       Probleme bei Gestaltungskonzepten; Umgang mit Ideen

·       Verstehen der Wörter wie: „bald“, „wenn“, „dann“, „bevor“, oder „danach“

·       scheint unfähig zu sein, gelernte Fähigkeiten von einem Gebiet auf ein Anderes zu übertragen Bsp.: „Schlage nicht“ zu Hause muss wieder erlernt werden als „schlage nicht in der Schule“;  „Addieren im grünen Buch in Frau Braun’s Klasse wird nicht übertragen auf das Addieren im roten Buch in der Klasse von Frau Schmid.

·       scheint unfähig zu sein, Verbindungen zwischen Tätigkeiten und den Konsequenzen herzustellen im persönlichen Bereich oder draußen in der Realität. Bsp.: wenn du nicht teilst, werden Menschen nicht mit dir spielen; wenn du teilst, werden sie mit dir spielen; Regen lässt die Pflanzen wachsen – Mangel an Regen verursacht, dass sie sterben; wenn du saubere Kleidung möchtest – musst du sie waschen)

·       gilt als lernbehindert – ist auf dem einen oder anderen Gebiet mehr oder weniger stark beeinträchtigt

·       ist schnell verwirrt

·       unfähig zu planen

·       ist teilweise unfähig, die Uhrzeit abzulesen

·       hat unter Umständen Schwierigkeiten, Notfälle zu erkennen

·       es ist schwierig für das Kind, Witze zu verstehen, die abhängig sind vom Sprachverständnis

10 bis 13 Jahre

Körpermerkmale:

die physikalischen Züge bleiben die gleichen, wie die, die im Abschnitt von der Geburt bis zum 36. Monat gefunden wurden. Das Kind ist noch zu klein, unter dem Durchschnitt in Bezug auf Gewicht und hat einen kleineren Kopf als normal. Nach dem 10. Lebensjahr jedoch, sind die Gesichtszüge viel weniger offensichtlich. Während des jugendlichen Alters sind die häufigsten leicht erkennbaren Züge die kleinen Augenöffnungen, der Abstand zwischen den Augen ist weiter als die Weite der Augenöffnung selbst. Die Augen erscheinen möglicherweise weit gesetzt, einzeln für sich oder klein. Möglicherweise gibt es eine Hautfalte über dem inneren Bogen von einem oder beiden Augen

·       herabhängende/schlaffe Augenlider

·       dünne Oberlippe

Kommunikation/Sprachgebrauch:

·       niedriger IQ in sprachlicher Hinsicht

·       Sprachprobleme (stottern, stammeln, zögern)

·       hat Schwierigkeiten, Anweisungen zu befolgen, die Worte beinhalten wie: „er“, „sie“, „du“, „sie (pl.)“

·       unempfänglich für subtile Gesichts- u. Körpersprache

·       redet u. U. viel, aber die Menge der Sprache überdeckt mangelnde Qualität und Inhalt

·       oberflächliche verbale Fähigkeiten, keine passende Fähigkeit, effektiv zu kommunizieren

·       Probleme mit dem Satzbau

·       unterliegt in Unterhaltungen schnell und verliert das Interesse

·       in Bezug auf Sprachgebrauch macht es zunächst einen intelligenten Eindruck

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Stand: 19.03.13

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