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Diagnostik

Mit einem Kind mit FASD zusammen zu leben ist so,
als würde man auf einem Münchner Stadtplan
eine Straße aus Hamburg suchen!

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Diagnose als Schutzfaktor

Viele Eltern oder Betreuer scheuen sich davor, eine Diagnose stellen zu lassen oder den Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen. Es wird von Abstempelung geredet und Stigmatisierung. 

Eine gesicherte und fundierte Diagnose kann Eltern, Erziehern, Ärzten und Therapeuten jedoch helfen, die Probleme und Schwierigkeiten von Menschen mit FASD besser einzuordnen und entsprechend zu therapieren. 

Die Diagnose bei FAE ist nicht einfach und sollte auf jeden Fall von speziell geschulten Ärzten durchgeführt werden. Wichtig ist immer eine gesicherte Alkoholanamnese der Mutter.

Das optimale Alter für die Diagnose von FASD liegt zwischen acht Monaten und acht Jahren, da die charakteristischen Gesichtsmerkmale im Jugend- und Erwachsenenalter weniger ausgeprägt sind.
Mit einer gesicherten Diagnose können Hilfen, die u.U. auch im Erwachsenenalter dringend notwendig sind  eher genehmigt werden. Diese Hilfen sind – je nach Alter und je nach Schweregrad der Schädigung unterschiedlich.

Dr. Reinhold Feldmann

Durch den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft kann es zu vor- und nachgeburtlichen Schäden kommen, die das Kind in der Gesamtheit körperlicher, geistiger und seelischer Entwicklung beeinträchtigen. FAS ist die häufigste Ursache einer geistigen Entwicklungsstörung mit langzeitigen, irreversiblen Folgen für das Kind etwa in der Schule, der sozialen Reifung und der Lebensführung.

Die Entwicklung des kindlichen Gehirns leidet besonders stark unter der toxischen (=giftigen) Wirkung des Alkohols. Kinder mit FAS weisen vielfältige mentale Defizite auf. Betroffen sind die intellektuelle Leistung, das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit: Die Kinder lernen meist nur langsam, aber auch nach langem Üben und zwischenzeitlichen Erfolgen können die Lerninhalte plötzlich wieder „verschwunden“ sein.  Die Kinder sind leicht ablenkbar, vergessen oft, selbst einfache Aufträge auszuführen.

Belastend für (Pflege-)Eltern sind meist mehr noch die emotionalen Auffälligkeiten und Verhaltensstörungen bei Kindern mit FAS. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen können ihr Leben selbst nur unzureichend gestalten und planen. Sie sind überwiegend naiv, leichtgläubig und verleitbar; sie können die Konsequenzen ihres Handelns oft nicht abschätzen.

Das Verhalten anderen Personen gegenüber ist durch Kontaktfreudigkeit und Geselligkeit gekennzeichnet. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen gehen unbefangen und vertrauensselig auf andere Kinder und Fremde zu. Ihre Kontaktsuche ist meist anschmiegsam, was in dieser gesteigerten Form jedoch als unnatürlich und aufdringlich empfunden wird. Auch werden die Kinder  von gleichaltrigen Spielkameraden oft abgelehnt, weil sie die Spiele nicht verstehen, nach kurzer Zeit die Lust am Spiel verlieren oder dieses impulsiv stören.

Die Diagnostik von FAS/FAE setzt im Allgemeinen voraus, dass das Trinkverhalten der leiblichen Mutter während der Schwangerschaft bekannt ist. Äußerliche Anzeichen des FAS vermindern sich bei älteren Kindern und Jugendlichen. Oft sind solche Zeichen aber auf Fotografien aus der frühen Kindheit noch deutlich zusehen. Intelligenz, Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit werden mit verschiedenen, dem Alter des Kindes angepassten Testverfahren gemessen. Zur Diagnostik gehört aber immer auch der Bericht der (Pflege-) Eltern. Es gibt neben den genannten Verhaltensauffälligkeiten einige „typische“ Erfahrungen, die Eltern mit betroffenen Kindern machen: Die Risiken des eigenen Verhaltens, beim Spielen z. B. können nicht eingeschätzt werden. Die Kinder sind waghalsig und bringen sich unwissentlich in Gefahr. Auch aufgrund ihrer Leichtgläubigkeit geraten die Kinder immer wieder in unangenehme Situationen, deren Konsequenzen sie nicht verstehen. Dennoch scheinen die Kinder aus schlechten Erfahrungen, ja selbst aus Strafen nicht recht zu lernen.

Dr. Reinhold Feldmann, SPZ der Universitätsklinik Münster

 

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Veröffentlichung des Artikels mit freundlicher Genehmigung von Dr. Reinhold Feldmann; 2005 by www.faskinder.de