10 bis 13 Jahre
Körpermerkmale:
die physikalischen Züge bleiben die gleichen, wie die, die im Abschnitt von der Geburt bis zum 36. Monat gefunden wurden. Das Kind ist noch zu klein, unter dem Durchschnitt in Bezug auf Gewicht und hat einen kleineren Kopf als normal. Nach dem 10. Lebensjahr jedoch, sind die Gesichtszüge viel weniger offensichtlich. Während des jugendlichen Alters sind die häufigsten leicht erkennbaren Züge die kleinen Augenöffnungen, der Abstand zwischen den Augen ist weiter als die Weite der Augenöffnung selbst. Die Augen erscheinen möglicherweise weit gesetzt, einzeln für sich oder klein. Möglicherweise gibt es eine Hautfalte über dem inneren Bogen von einem oder beiden Augen
· herabhängende/schlaffe Augenlider
· dünne Oberlippe
Kommunikation/Sprachgebrauch:
· niedriger IQ in sprachlicher Hinsicht
· Sprachprobleme (stottern, stammeln, zögern)
· hat Schwierigkeiten, Anweisungen zu befolgen, die Worte beinhalten wie: „er“, „sie“, „du“, „sie (pl.)“
· unempfänglich für subtile Gesichts- u. Körpersprache
· redet u. U. viel, aber die Menge der Sprache überdeckt mangelnde Qualität und Inhalt
· oberflächliche verbale Fähigkeiten, keine passende Fähigkeit, effektiv zu kommunizieren
· Probleme mit dem Satzbau
· unterliegt in Unterhaltungen schnell und verliert das Interesse
· in Bezug auf Sprachgebrauch macht es zunächst einen intelligenten Eindruck

 


15 bis 18 Jahre
Körpermerkmale:
Die Gesichtszüge bei FAS sind weniger klar definiert oder wieder erkennbar als im jugendlichen Alter und im erwachsenen Alter. In dieser Phase ist eine Aufzeichnung von Geburt an besonders nützlich, vor allem, wenn es Fotos mit Gesichtszügen gibt und Fotos von gleichaltrigen Kindern. Dies ermöglicht einen Vergleich für den Maßstab der Entwicklung in diesem Alter.
· zu klein für das Alter
· dünn
· Gesichtsmitte erscheint vielleicht abgeflacht, besonders in der Profilansicht
· fehlende Furche unter der Nase
· Herzgeräusche
· Probleme mit der Sehkraft
· Probleme mit der Wirbelsäule oder den Extremitäten
· Schlafprobleme (schläft zuviel oder zuwenig – ohne erkennbares Muster oder Ursache)
· öfters krank als gewöhnlich
 Kommunikation/Sprache:
· spricht viel, manchmal zu viel
· scheint nicht zu hören, hat aber keinen Hörfehler
· ist nicht empfänglich für subtile Gesichts- u. Körpersprache
· hat Probleme mit Anweisungen, die nicht direkt an das Kind durch die Nennung des Namens gerichtet sind
· hat ein gutes Vokabular, aber der Sprache mangelt es an Informationen und Ideen
Sozialisierung/Verhalten:
· hat keinen Sinn für persönlichen Raum
· Mangel an persönlichen Grenzen
· geringes Verständnis für soziale Regeln und Normen
· hat u. U. ein sexuell unangemessenes Verhalten
· kann zu einem unangemessenem Verhalten überredet werden
· wird möglicherweise missbraucht, gehänselt, tyrannisiert oder aufgezogen durch andere Jugendliche
· ist oft unfähig, einen Kompromiss einzugehen
· wenig Augenkontakt
· ist überaus herzlich gegenüber fremden Menschen
· zeigt u. U. extremes Verhalten – ist sehr hilfsbereit oder verweigert Hilfe innerhalb kurzer Zeit
· wird u. U. als manipulierbar angesehen
· reagiert u. U. wütend auf wiederholte Änderungen, oder verweigert sich
· lügt oder stiehlt
· lernt nicht aus Konsequenzen seiner Handlungen, deshalb macht es die gleichen Fehler immer wieder
· bricht Versprechen oder Vereinbarungen
· wird möglicherweise als verhaltensgestört diagnostiziert
· schwänzt u. U. die Schule
· fordert viel Aufmerksamkeit anderer Menschen –  verschleißt sie
· liebt intensive Erfahrungen, was aber risikobehaftet ist, weil es nicht adäquat mit den Konsequenzen der Taten umgehen kann
· tyrannisiert oder verängstigt u. U. andere
· handelt risikoreich
· erkennt sexuelle Avancen nicht bzw. unterschätzt die Folgen
· weiß nicht, wie es sich vor sexuellen Avancen schützt
· geht einfach weg, ohne jemanden zu sagen, wohin
· erkennt keine Gefahr
· kann nicht der Verantwortung älterer Geschwister überlassen werden, braucht die ganze Zeit über elterliche Fürsorge
· benötigt konstante Beaufsichtigung
Aufmerksamkeit/Aktivität:
· schnell abgelenkt
· handelt impulsiv
· zappelt, ist immer in Bewegung z. B. Beine baumeln, treten, Sachen werfen
· wird schnell müde, besonders dann, wenn Aufmerksamkeit gefordert wird
· „hörbarer“ Denker, denkt laut
Gedächtnis:
· es scheint, als würden Informationen rein und rausschlüpfen – heute da, morgen weg, drei Tage später wieder da
· vergisst Handlungsabläufe, obwohl es sie gut kennen sollte
· Gedächtnisprobleme z.B. bei Verabredungen, Zeiten, Terminen, Aufgaben
· es scheint, erinnert er/sie sich absichtlich nicht, dem ist aber nicht so
· vergisst mitten in einer Handlung, was zu tun ist
· vergisst, den Herd auszuschalten, Türen abzuschließen, usw.
· kann Tatsachen von Fantasie schlecht trennen
· lügt, sogar dann wenn die Beweise offensichtlich sind
· das optische Gedächtnis ist besser
· das Langzeitgedächtnis ist besser als das Kurzzeitgedächtnis
· vergisst Medikamente einzunehmen
· braucht stets Ermahnung, um die täglichen Aufgaben durchzuführen
Erkenntnis:
· Lernprobleme sind bekannt oder werden vermutet
· angepasstes Verhalten liegt unter dem Durchschnitt
· Schwierigkeiten mit Mathematik
· Probleme mit dem Sprachverständnis
· Probleme Konzepten wie z.B. Zeit, Geld, Regeln
· kann schwer neue Ideen aufgreifen
· hat Schwierigkeiten, Alternativen oder Kompromisse zu erkennen
· stellt keine Verbindung zwischen dem gegenwärtigen Zustand und der erforderlichen Handlung her Bsp.: kalt, dunkel, hungrig, = Zeit, nach Hause zu gehen
· versteht keine Zusammenhänge in der Welt, Bsp.: Jahreszeiten, Klima, Wetter. Wenn es keine sichtlichen Beweise gibt, kann es Zusammenhänge und Beziehungen nicht erkennen.
· oft frustriert
· unfähig, um Hilfe zu bitten, sogar in Krisenzeiten
· ist u. U. noch nicht in der Lage, die Uhrzeit zu erkennen und hat kein Gefühl für die Zeit, kann den Unterschied zwischen 10 Min. und 1 Std. nicht erklären
· ist abgestempelt als faul, unreif, unmotiviert
· hat Probleme, Richtig und Falsch zu unterscheiden
· von Tag zu Tag ist er/sie weniger funktionstüchtig als vorhergesagt



Erwachsene
 Kommunikation und Sprache
· folgt nicht immer Anweisungen, wenn diese nicht klar an ihn/sie gerichtet sind
· ist nicht empfänglich für subtile Gesichts- u. Körpersprache
· es scheint, als kann er/sie nicht verstehen, was jetzt genau gesagt wurde
· inhaltliche Sprachmängel bei Informationen, Ideen
· streitet viel
 Sozialisierung
· sehr direkt, hat keinen Sinn für die persönlichen Bedürfnisse anderer
· wenig Verständnis, wie soziale Interaktionen gesteuert werden
· wenig persönliche Bindungen ihm fehlen persönliche Grenzen
· wenig Augenkontakt
· unangemessenes sexuelles Verhalten
· hat Probleme, Kompromisse zu schließen oder zu kooperieren
· Zieht sich zurück, schaltet ab oder agiert sich aus, wenn er/sie überlastet ist
· sieht keine Zusammenhänge zwischen Verhalten und Konsequenzen
Verhalten:
· ist evt. manipulierend
· reagiert u. U. wütend auf wiederholte Änderungen der Gewohnheiten, oder verwei-gert sich
· das Verhalten verschlechtert sich, wenn er/sie gestresst, aufgebracht oder frustriert ist
· lügt und erfindet Geschichten, um das schwache Gedächtnis zu verschleiern
· unberechenbar
· scheint unfähig zu sein Gruppendruck zu widerstehen
· fordert Zeit und Aufmerksamkeit
· handeln risikoreich für sich selbst
· bringt andere durch sein riskantes Handeln in Gefahr (schließt Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern ein)
· unsicher im Straßenverkehr, Unsicherheit, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen
· schikaniert/droht/schüchtert andere ein
· liebt intensive Erfahrungen „am Limit leben“
Aufmerksamkeit, Aktivität und Impulsivität:
· handeln impulsiv
· verlieren schnell das Interesse
· ist nicht organisiert, unordentlich, schlampig
· hat Schwierigkeiten, Dinge leise zu tun
· ist ein „hörbarer Denker“ – sagt was er/sie denkt
Gedächtnis
· Probleme sich an Verabredungen, Zeiten, Termine, tägl. Aufgaben zu erinnern
· es scheint, als würden Informationen rein und rausschlüpfen – heute da, morgen weg, drei Tage später wieder da
· die Unfähigkeit, sich zu erinnern, scheint beabsichtigt zu sein „selektives Gedächtnis“
· vergisst Medikamente zu nehmen
· ist unfähig, eine Nachricht aufzunehmen und weiterzuleiten
Erkenntnis:
· Lernprobleme (bekannt/vermutet), ist sprachlich unter dem Durchschnitt
· schnell durcheinander
· oft frustriert
· unlogisch, unrational
· geringe Problemlösungsfähigkeit, bleibt beharrlich bei den Lösungsmöglichkeiten, die definitiv nicht funktionieren
· kann die Uhrzeit nicht von einer analogen Uhr ablesen
· kein Zeitgefühl, kann nicht den Unterschied zwischen 10 Minuten und einer Stunde erklären
· hat Probleme, Alternativen zu sehen oder ist unfähig, Kompromisse einzugehen
· ist abgestempelt als faul, unreif und unmotiviert
· hat Probleme beim Verständnis von richtig und falsch
 

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